DYNAMITE - Reviews


Rusty And The Dragstrip Trio: Playing For You!  ✰✰✰✰
Ebenfalls auf Rhythm Bomb Records wiederveröffentlicht wird nun die zweite Scheibe der australischen Band Rusty And The Dragstrip Trio. Unter den insgesamt 17 Songs finden sich einige Cover von Stücken, die man vor einigen Jahrzehnten (zu erschwinglichen Preisen) bestenfalls auf Vinyl-Samplern bekommen konnte, wie etwa „Born To Love One Woman“ oder „Wild Wild Lover“. Diese Stücke sind sehr professionell eingespielt und auf Konzerten sicher geeignet, die Fans mitzureißen! Noch besser gefallen mir aber die eigenen Songs der Band. Das Schöne an diesen Titeln ist nämlich, dass sie sich nahtlos in die Reihe der gecoverten Songs einreihen und gar nicht ohne Weiteres zu erkennen sind!
Genre: Rockabilly | Format: CD (Re-Release) | vom: 10.06.2015
Autor: * FB | Label: Rhythm Bomb Records/Broken Silence
The Felines: Want  ✰
Eine 12“-LP, die sich mit 45 rpm schneller dreht als ihre Artgenossen, ist nicht alltäglich. Leider ist die Musik des dänischen Damen-Trios, um die es hier geht, aber nicht das, was Garage-Fans mögen: Nicht schrammelig-schnell geht es auf dem Debüt „Want“ zu, sondern einschläfernd langsam und unspektakulär, samt mittelmäßigem Können an den Instrumenten und beim Gesang – was hier wie so oft als Tugend verkauft wird. Elf Songs inklusive drei Covern zwischen klassischem Garage und Anleihen aus Sixties-Girlgroup-Pop ergeben die zugegebenermaßen eigenständige Mischung – die mir aber nicht gefällt. Und auch das Artwork finde ich echt misslungen – ich rieche Hispterfleisch ...
Genre: Garage/Pop | Format: LP | vom: 10.06.2015
Autor: * DC | Label: Soundflat Records/Broken Silence
Supertonic Sound Club feat. Sharon Gitau & Nikki Kavanagh: Cracked Up Over You/Love Is A Four Letter Word  ✰✰✰
Funky Sounds aus Dublin! „Cracked Up Over You“ (Lee Rodgers) und „Love Is A Four Letter Word“ (Roy Budd) sind zwei Klassiker des Northern Soul, die hier von der Band aus Dublin neu aufgelegt worden sind. Wie auf ihrem Debüt 2014 mit Dave Barker haben sie sich wieder Gastsänger eingeladen, die die Stücke stimmlich erstklassig interpretieren. Die Uptempo-Nummer auf der A-Seite, die sicher in jedem Set den Tanzboden füllt, kommt sehr funky rüber und featured Sharon Gitau. Etwas smoother dagegen die B-Seite, die Nikki Kavanagh am Gesang vorstellt. Leider geht es mir aber bei beiden Nummern so, dass man die Originale im Ohr hat. Gerade die B-Seite, die aus dem Soundtrack von „Get Carter“ mit Michael Caine bekannt ist, hat im Original so viel Funk, dass der frisch produzierte Tune dagegen etwas glatt ausfällt. Eine tolle, vielversprechende Band also, der man bloß eine Produktion im Hause Daptone oder Truth & Soul wünschen würde.
Genre: Soul/Funk | Format: Vinyl-Single | vom: 10.06.2015
Autor: * BoogieBones | Label: AMTY Records/Strong Rabbit Records
Hoffmaestro: Hoffmaestro  ✰
In ihrem Heimatland Schweden sind Hoffmaestro sowas wie Superstars, deren Radiopräsenz an die von Lady Gaga und Eminem heranreicht. Hierzulande ist die Band weitgehend unbekannt und versucht nun, mit dem selbstbetitelten Album auch auf dem kontinentalen Europa Fuß zu fassen. Ihren Skasound schmücken die Skandinavier mit vielen Zitaten aus Mambo, Calypso, Merengue und Salsa aus und halten zudem mit ihrer Liebe zu Ska-P, Rage Against The Machine, Beastie Boys und vielen anderen nicht hinterm Berg. Das hat zur Folge, dass sich nach dem Anhören von zwei bis drei Liedern in Folge sowohl Verwirrung als auch ein Gefühl von schnell ansteigendem Stress einstellen. Die große Band aus Skandinavien hat begnadete Musiker, aber überambitionierte und damit letztlich ungeeignete Songschreiber. Hoffmaestro selbst nennen ihre Musik „Skank-a-Tronicpunkadelica“ und bestätigen damit, was wir schon wissen: Weniger ist nicht immer weniger, sondern manchmal mehr. Wer die Platte erwirbt, sollte sich dazu irgendwas von Atari Teenage Riot und/oder eine beliebige Blackmetal-Scheibe gönnen. Zur Entspannung danach.
Genre: Punk/Ska/Latin | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * CS | Label: Side One Dummy Records/Cargo Records
Mars Needs Women: Mars Needs Women  ✰✰✰✰
Die stets glänzend gekleidete Besatzung der Mission Mars Needs Women ist unterwegs, um Außerirdischen die Segnungen des Rock’n’Rolls näherzubringen: liebevoll lässig und laut. Dabei können auch Erdenbürger noch etwas lernen: Wie man Songs so auf den Punkt bringt, dass sie bei größtmöglicher Einfachheit maximale Euphorie auslösen beispielsweise oder wie eine Frauenband anno 2015 ganz ohne Rrriot emanzipiert, sexy und stimmungsaufhellend wirken kann. Das Geheimnis liegt in der Freude, mit der Mars Needs Women tun, was ihnen selbst ein Grinsen ins Gesicht zaubert: Sie vermengen Beat, Motown, ein bisschen Punk und den nicht totzukriegenden Pop zu einem Cocktail, der aufgrund seiner Explosivität auf der roten Liste der NASA steht, aber das Leben versüßt wie es laktosefreie Astronautennahrung schlichtweg nicht kann. Die Band klingt zwischendurch wie die Supremes im Garagen-Fieber („One Way Street“) oder die Sonics auf Nashville-Exkursion („Wearin’ That Loved On Look“). Da konnte sich selbst Mr. Spock einen Gastauftritt im begleitenden Comic-Booklet nicht verkneifen.
Genre: Beat/Soul/Punk | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * CK | Label: B-Sploitation/Rough Trade
Vdelli: Higher  ✰✰
„Higher“ ist das aktuelle Studioalbum des aus Australien stammenden Hardrock-Trio Vdelli, das rechtzeitig zur einmonatigen Deutschlandtournee erschienen ist. Elf Stücke beherbergt der Silberling, inklusive der Singleauskopplung „Catatonic“. Musikalisch gibt es hier eine gut vorgetragene Mischung aus Hardrock und Bluesrock, durch den ein oder anderen zusätzlich erkennbaren Einfluss aufgemöbelt. Die Scheibe ist gut produziert und die Stücke durchaus abwechslungsreich und mit einer großen Portion Power und Leidenschaft eingespielt. Leser, die sich in diesem Genre zuhause fühlen, sollten auf jeden Fall mal reinhören.
Genre: Rock | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * WH | Label: Jazzhaus Records/In-Akustik
John Cee Stannard & Blue Horizon: Bus Depot Blues  ✰✰✰
Elf eigene Songs plus eine Coverversion von „That’s Alright“. Das englische Blues-Trio (hier mit fünf Gastmusikern) spielt sauberen Blues. Mir allerdings viel zu sauber. Blues ist in meinen Augen immer noch schwarze Musik und es gibt wenige Weiße, die das Bluesfeeling authentisch rüberbringen. Klar beherrschen die Musiker ihre Instrumente super, aber insgesamt denke ich beim Hören dieser CD eher an Lounge-Musik oder Straßenfestbeschallung als an Baumwollfelder oder die große Depression. Für Hardcore-Blueser möglicherweise ganz interessant.
Genre: Blues | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * TS | Label: Cast Iron Recordings
The Mike Cotton Sound: The Mike Cotton Sound  ✰✰✰
Ganz ehrlich: Ich habe vor dieser Besprechung noch nie von Mike Cotton gehört. Er war wohl in den Sechzigern ’ne große Nummer, hat damals eine LP veröffentlicht, die unter Sammlern heute heiß begehrt ist, und mit der vorliegenden VÖ erstmals auf CD zu bekommen ist. Was aber kriegt man mit den 12 LP- und weiteren 15 Bonus-Tracks geboten? Einen Sound, der einen sofort in die Sechziger zurückkatapultiert. Allerdings nicht in die Sechziger, die im Rückblick cool wirken, sondern eher in die Sechziger mit Hemdkragen bis zur Brustwarze und Tapeten mit braun-orange-grünen Monstralmustern. Die CD startet mit ein paar Instrumentalnummern, die sich für mich anhören, als würde das James-Last-Orchester versuchen, die schönsten Fernsehmelodien im Motown-Style zu präsentieren. Besser wird’s, wenn die Vokalisten hinzustoßen, was aber in der ersten Hälfte der CD eher selten passiert. Alles wirkt wie vom Blatt gespielt, es fehlt irgendwie das Feuer, der Groove, der Pepp. Zum Ende wird es dann unterhaltsamer, die Songs werden etwas griffiger und die Arrangements abwechslungsreicher. Aber ich denke, man muss schon ein Freund von schwammigen Bläsersektionen, einer quäkenden Farfisa-Orgel und dem Tanzorchestersound der späten Sechziger sein, um diese CD abfeiern zu können.
Genre: Soul/Beat/Andere | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * KTs | Label: RPM Records/Cherry Red Records
Punch Brothers: The Phosphorescent Blues  ✰
Eines vorab: Wenn gute Musiker experimentelle Musik machen, kann das eine durchaus positive und aufregende Sache sein. Diese Scheibe ist allerdings leider so wenig spannend, dass sogar die Besucher einer „Selbsterfahrung durch Strohblumenbasteln“-Convention im Fahrstuhl spontan dabei einschlafen würden. Gut, nicht jede Platte muss zum Mitgröhlen animieren und manchmal möchte es selbst das übelste Raubein gerne mal etwas langsamer angehen lassen. Aber das hier ist wirklich grenzwertig. Man sollte meinen, für jede Musik gibt es den richtigen Anlass. Allerdings reicht in diesem Fall meine Fantasie nicht aus. Selbst bei „Schatz, mach mal den Wein auf und leg eine ruhige Platte auf“, würde ich diese Scheibe nicht anrühren, denn ich hätte Angst, dass die Liebste schon beim Ploppen des Korkens mit dem Kopf auf den Wohnzimmertisch schlägt. Aber da die Platte musikalisch gut gemacht ist, finden sich dafür sicher außerhalb meiner Fantasie oder außerhalb der Zielgruppe dieses Mags Situationen und Hörer, die dazu passen.
Genre: Bluegrass | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * JH | Label: Nonesuch Records/Warner Music
Ruby Darnell & The Lazy Rancheros: Ghosts  ✰✰✰
Die 13 Songs wurden von der Sängerin und dem Gitarristen Paul Bennett geschrieben. Das einzige Cover ist „Black Cadillac“, der 1959er-Rockabilly-Song von Joyce Green. Die Tracks der CD bedienen reichlich unterschiedliche musikalische Genres. Obwohl Country, Rockabilly, Bluegrass, Tex Mex, Western Swing und Blues-Rock zu hören sind, schwebt immer ein leicht mystischer Nebel mit. Durch diesen Spirit, die Surf- und Rock-Gitarre(n) und natürlich den Soundmix klingt das Album wie ein Soundtrack für ein Roadmovie (der Coen-Brüder oder Tarantino). Das ungewollt überheblich wirkende „wir können und machen alles!“ spiegelt die ausgereiften handwerklichen Fähigkeiten der neun involvierten Profimusiker. Selbst der Label-Chef hat sich mit seiner Hammondorgel eingebracht, um auch seine Leidenschaft beizusteuern. So vielseitig und professionell wie die Songs auch sein mögen, fühlt man durchgehend die dominant gewollte Stimme der Singer-Songwriterin, die allerdings an manchen Stellen etwas schwimmt. Ihre Unsicherheit bei diesem Master-Projekt ist zwar gelegentlich zu hören, gibt aber der kompromisslosen Professionalität dieser Studioproduktion einen gewissen Charme der Unvollkommenheit. Ruby Darnell stammt zwar aus der Akustik-Szene Nordost-Englands, aber ihre Studio-Crew bringt den Flair vom weiten Südwesten Englands ein. Mein Anspieltipp ist der einzige Jiver auf diesem Album: „Photographs“.
Genre: Rockabilly/Western Swing/Country | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * HoH | Label: The Western Star Recording Company
Mahalia Barnes & The Soul Mates feat. Joe Bonamassa: Ooh Yea: The Betty Davis Songbook  ✰✰✰✰
1968 heiratete Miles Davis die Funk-Sängerin Betty Mabry, die als Betty Davis in den Siebzigerjahren drei Alben aufnahm und ihren Mann unter anderem auf Jimmy Hendrix aufmerksam machte. Dieses „Nasty Gal“ – so der Titel ihres Albums von 1975 – entwickelte sich zur Mitbegründerin der „Fusion“-Musik, die u. a. Prince beeinflusste. Da Mahalia Barnes die älteste Tochter des australischen Rockmusikers Jimmy Barnes ist, wurde Joe Bonamassa eventuell durch ihn auf Mahalia aufmerksam. So ergab sich mit Joes Produzenten die erste Kooperation in Sydney, aus der nun das Re-Make der Songs von Betty Davis vorliegt. Bonamassa peppt den alten Charme von Hendrix auf und das Kraftpaket Mahalia Barnes entstaubt den nostalgischen Groove mit ihrer frischen Stimme. Joes Erfolgsproduzent Kevin Shirley tut sein Übliches dazu, damit Betty Davis’ Songmaterial zeitgemäß rockt und trotzdem cool, funky und unverändert bleibt! Zwar hatte Davis damals etwas mehr Rotz als Barnes heute, doch „Walking Up The Road“ ist nach wie vor ein umwerfendes Gegenstück zu Hendrix Moody-Blues-Smash-Hit „Voodoo Chile“. Anspieltipp: „You Won’t See Me In The Morning“.
Genre: Blues Rock/Funk/Soul | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * HoH | Label: Provogue/Mascot Label Group/Rough Trade
Gretchen Peters: Blackbirds  ✰✰✰
Seit den Achtzigerjahren schreibt Peters erfolgreiche Songs für George Strait, Trisha Yearwood, Neil Diamond, Bryan Adamy, Faith Hill usw. Mitte der Neunzigerjahre kannte beinahe jeder Amerikaner Peters Countrry-Pop-Song „Independence Day“, der durch Martina McBride zum Mega-Hit wurde. Seit 1996 erschienen nunmehr Tonträger, bei denen Peters auch ihre eigene Stimme unter Beweis stellt. 2012 schaffte sie es auf Platz 70 der Charts in England und wird nun – eventuell auch durch Namedropping – mit „Blackbirds“ erstmalig in die Charts der Amerikaner kommen; denn bei diesem Album haben bekannte Stars der „Americana“-Musikszene mitgemacht, wie z. B. Jerry Douglas, Jimmy LaFave und Suzy Bogguss. Doch Achtung, Gretchen Peters rockt nicht wie ihre wesentlich jüngere Kollegin Gretchen Wilson! Peters ist etabliert mit Balladen und deshalb befinden sich auch auf „Blackbird“ ausschließlich ruhige Songs. Sie singt über Situationen, über die man(n) ansonsten nicht einmal sprechen mag. So schrieb sie aus der Sicht einer Frau die elf Country-Noir-Songs für dieses Album, nachdem sie 2013 bei einigen Beerdigungen und einer Hochzeit war. Peters erzählt zum Beispiel mit ihrer Ballade „Black Ribbon“ über die Schicksalsschläge eines Fischers vom Golf von Mexico nach der großen BP-Öl-Katastrophe. Und mit „When All You Got Is A Hammer“ über die Emotionen und Erfahrungen eines Kriegsveteranen. Anspieltipp: „Nashville“.
Genre: Singer, Songwriter/Country | Format: CD | vom: 10.06.2015
Autor: * HoH | Label: Proper Records/H’Art Music
Stand:25 September 2017 13:33:40/extras/reviews/ Warning: chmod(): Operation not permitted in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Magazin_Bootstrap/files/templates/index_template.php on line 81