DYNAMITE - Reviews


Awesome Scampis: Sondervorstellung  ✰✰✰✰
Die siebenköpfige Ruhrpott-Band brachte jüngst ihr zweites Studioalbum „Sondervorstellung“ heraus und hat sich damit im Vergleich zum Debüt „BÄM!“ von 2008 mächtig Zeit gelassen. Vielleicht ein Zeichen von zeitlichem Luxus und dem festen Willen, auf Qualität zu achten. In elf Songs erwartet den Hörer ein ausdrucksstarker, deutschsprachiger Mix aus bläserbetontem Ska und Punk. Was richtig gut gefällt, ist die saubere, fette und gute Aufnahme, die es meist auf den Punkt bringt. Das lässt auf Musiker schließen, die das auch live auf der Bühne rüberbringen. Der Gesang ist ebenso betont und deutlich, womit sie sich von den krächzenden Schreihälsen anderer Ska-Punk-Bands abheben. Der Vergleich mit Sondaschule passt und ist legitim, wobei die Sondaschüler deutlich bessere und nachdenklichere Texte abliefern. Vielleicht der einzige Kritikpunkt.
Genre: Ska/Punk | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * DerDUDE | Label: Rotlicht Records/Broken Silence
Jittery Jack: Gonna Have A Time With Jittery Jack  ✰✰✰
Kevin Patey, seines Zeichens Sänger der Rockabilly-Combo Raging Teens, ist mit seiner Hauptband wohl nicht ganz ausgelastet. Anders kann ich mir nicht erklären, dass der Gute erneut unter dem Pseudonym Jittery Jack zuschlägt. Wilder, countrylastiger Rockabilly, der an Johnny Burnette, Johnny Horton und The Blasters erinnert, ist es auch diesmal, was Jittery Jack zum Besten gibt. Nicht richtig spektakulär, dafür grundsolide gemacht und bis auf drei Coversongs im Alleingang geschrieben – nicht schlecht, Herr Specht! Mir gefällt auf „Gonna Have A Time With“ ganz besonders die wunderschöne Honky-Tonk-Ballade „Full Snow Moon“, die auch aus der Feder von Buck Jones stammen könnte. Auch der Bopper „You Can’t Drive Me Crazy“ hat ganz großen Ohrwurmcharakter und lässt auch eingeschlafene Tanzbeine in spontanes Zucken verfallen. Erst der etwas sperrige Rausschmeißer „Boston My Home Town“ ist es, der diesem sehr homogenen Album einen etwas schrägen Schlussakkord verleiht.
Genre: Rock’n’Roll/Rockabilly | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * CS | Label: Rhythm Bomb Records/Broken Silence
Six Five Special: Let’s Go, Let’s Go!!!  ✰✰✰
Benannt nach einer Musikshow im englischen Fernsehens der Fünfziger, kommt hier eine französische Teddy-Boy-Band daher, die auch die Musik der Insel spielt – allerdings eher den Sound des Revivals der Siebziger- und Achtzigerjahre. Die 13 Songs sind alles Eigenkompositionen, einzige Ausnahme ist „Sea Of Heartbreak“. Das Album rockt von Anfang bis Ende, ist aber zwischendurch auch abwechslungsreich mit etwas ruhigeren Tönen. Gesanglich sind zwar einige Schwächen da, aber musikalisch ist das Album wirklich gelungen. Live waren die vier Franzosen ja inzwischen in nahezu ganz West-Europa zu sehen, nun gibt es endlich ihr Debüt auf Platte; genau, es gibt auch eine streng limitierte Vinyl-Ausgabe auf Louisiana Records. Für Teddy Boys sehr zu empfehlen.
Genre: Rockabilly/Rock’n’Roll | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * AK | Label: Rebel Music Records
Cowbell: Skeleton Soul  ✰✰✰✰
Wer montagsmorgens übel gelaunt aufsteht, wird in dem Album von Cowbell kein Ventil zum Dampf ablassen finden. Was die beiden Kuhglocken aus England hier abliefern, ist selbst an den härteren Stellen sehr entspannt, melodisch und eher dafür geeignet, an einem Sonntagnachmittag das Wochenende ausklingen zu lassen. Skeleton Soul ist technisch absolut überzeugend und abwechslungsreich. Die Stimmen harmonieren und ergänzen sich und auf der Scheibe sind einige Songs mit wirklichem Hitpotenzial. Eines der Werke, die mit jeder Umdrehung besser werden und tiefer ins Ohr gehen. Und was ist jetzt das Haar in der Suppe? Vielleicht die fehlende Rotzigkeit. Ein bisschen blood, sweat and tears würde dem Ganzen noch gut zu Gesicht stehen.
Genre: Soul/Blues | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * Johnny Hellstorm | Label: Damaged Goods/Cargo Records
The Stargazers: Boo Hoo Hoo/Half A Heart  ✰✰✰✰
Wow, die erste 45er der Stargazers seit über 30 Jahren! Und sie haben nichts eingebüßt in all den Jahren, ihre Songs klingen genauso wie in den Achtzigern, als sie zu den allergrößten der Szene gehörten. Limitiert auf 300 Stück hören wir hier zwei typische Jive-Songs in bester Tanzmanier, beides eigene Kompositionen der Ur-Stargazers Danny Brittain und Peter Davenport. Dies soll übrigens nicht die letzte Single bleiben, ganz im Gegenteil, die Band wird ihr ganzes neues Material auf 45ern herausbringen, eine Vinyl-LP ist auch im Gespräch. Diese Scheibe sollte sich keiner entgehen lassen, der auch nur im Geringsten auf den sogenannten Big Beat Rock’n’Roll steht.
Genre: Rock’n’Roll | Format: Vinyl-Single | vom: 03.06.2015
Autor: * AK | Label: Ruby-Tone
Gemma Ray: Milk For Your Motors  ✰✰✰✰✰
Nach dem instrumentalen Intermezzo aus dem Jahre 2013 namens „Down Baby Down“ macht die Wahl-Berlinerin mit ihrem neusten Album da weiter, wo sie 2012 mit „Island Fire“ aufgehört hat. Dramatische Songs im Spannungsfeld zwischen Sixties-Girl-Groups, Nick Cave und Calexico-artigen Soundscapes sorgen für eine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre. Zusammengehalten wird die Soundmischung von Frau Rays großartiger Stimme, die schon mit simpler Gitarrenbegleitung ausreicht, um den Raum zu füllen, aber auch mit Untermalung von Orgel, scheppernden Surfgitarren und dezenter Percussion verdammt gut klingt. Für Abwechslung sorgen Duettpartner wie Howe Gelb. Dass es auch fröhlicher geht, beweist „When I Kissed You“, bei dem sich die Dame romantisch an einen verflossenen Liebhaber erinnert. Tolle Platte!
Genre: Singer, Songwriter/Sixties | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * MS | Label: Bronze Rat/Soulfood
Pee Wee Crayton: Texas Blues Jumpin’ In Los Angeles: The Modern Music Sessions 1948-1951  ✰✰✰
Die Musik stammt von Originaldemoplatten, die dank ordentlichem Mastering trotzdem so klar wie möglich klingen. Crayton war ein Bluesman, sein Wahlinstrument die elektrische Gitarre und der Einfluss von T Bone Walker ist nicht zu überhören. Entstanden sind die Songs alle vor der eigentlichen Rock’n’Roll-Zeit. Die Uptempo-Nummern, „Texas Hop“, „Austin Boogie“, „Huckle Boogie“, „Crayton Special“ und „Poppa Stoppa“ stehen exemplarisch für das Zusammenspiel von scharfen Gitarrenklängen und durchdringendem Saxofon, die sich, begleitet von ein bisschen Klavier und Bass, auf den höchst energiereichen Instrumentals ein wahres Duell liefern. Sowohl für die Vollversion als auch für den „Fehlstart“ von „Brand New Woman“ sei bequemes Schuhwerk zum Tanzen empfohlen. Gleiches gilt für die je zwei Versionen – eine Rock-, eine Bluesversion – von „Rockin’ The Blues“ und „Tired Of Travelin“.
Genre: Blues/Rhythm’n’Blues | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * MA | Label: Ace Records
Richard Berry: Louie Louie  ✰✰✰✰✰
Während der Fünfziger hat Berry für diverse Labels aufgenommen. Einige der Aufnahmen erschienen 1964 gesammelt auf der Platte, die nun in schwerem Qualitätsvinyl noch mal auf den Markt gebracht wird. Musikalisch ist das Album ein Mix aus Balladen, die von bluesigem Doo Wop, wie bei „Sweet Sugar You“, bis hin zu diesem kreischenden Rock reichen, der bei „Yama Yama Pretty Mama“ fast wie ein Little Richard klingt. Auch zu finden auf dem Album ist Berrys berühmteste Komposition „Louie Louie“, die 1957 aufgenommen wurde. Außerdem das viel gehörte „Have Love Will Travel“ von 1959. Musikalisch folgen die 14 Tracks auf dem Album dem genannten Format. Perfekt nachproduziert, macht Ace Records aus dem Album eine Knaller-Release für alle, die den R’n’B-Sound von der Westküste mögen.
Genre: Doo Wop/Rhythm’n’Blues/Rock’n’Roll | Format: LP | vom: 03.06.2015
Autor: * MA | Label: Ace Records
Hadda Brooks: Queen Of The Boogie And More – Presented By Modern Music  ✰✰✰
Hadda Brooks wurde damals von Jules Bihari von Modern Records angesprochen, während sie in einem Plattenladen klassische Musik spielte. Jules fragte, ob sie denn auch gewillt wäre, R’n’B zu spielen. So begannen zwei Beziehungen: eine Liebesgeschichte und eine vertragliche. Die Scheibe von Ace Records umfasst das Debütalbum, das 1948 auf Modern Records erschienen ist, und noch 18 zusätzliche Bonustracks, von denen die Mehrheit das Wort „Boogie“ im Songtitel hat. Nur wenige Gesangsstücke sind auf diesem Album zu finden – und die meisten davon kennt man schon von früheren Ace-Records-Veröffentlichungen. 24 vorwiegend instrumentale Stücke aufzuschlüsseln und zu analysieren wäre eine Herausforderung meiner Fähigkeit, Musik zu beschreiben und aufgrund ihrer Ähnlichkeit außerdem wohl ziemlich langweilig. Tatsächlich kann ich mir aus genau diesem Grund das Album auch nur teilweise anhören. Ich habe das Gefühl, die Scheibe richtet sich vor allem an Fans, an die, denen Pianoboogie gefällt und würde sich wegen der tanzbaren Rhythmen für Jive-Clubs und Tanzschulen bestimmt eignen.
Genre: Andere | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * MA | Label: Ace Records
Jonah Tolchin: Clover Lane  ✰✰✰✰
Jonah Tolchin schmiss die High School und lebte seine überschüssige Energie zunächst in adoleszenter Rebellion und Konflikten mit dem Gesetz aus, bis er die Musik für sich entdeckte. Sein Vater brachte ihm den Blues näher, der auch in den Songs auf seinem zweiten Album „Clover Lane“ sehr präsent ist. Benannt nach der Straße in New Jersey, in der Jonah Tolchin aufwuchs, und aufgenommen im Country-Mekka Nashville, bietet die Platte fast ausnahmslose musikalische Perlen. Als ob er sein junges Leben lang nichts anderes gemacht hätte, kitzelt der Singer-Songwriter das Beste aus den Genres Folk, Country und Blues heraus und präsentiert seine Songs mit einer Lässigkeit, als ob er irgendwo in einem Hinterhof ein privates Unplugged-Konzert in zerrissenen Jeans geben würde. Seine raue, etwas nasale Stimme ist erstklassig, spielt sich aber nie in den Vordergrund. Mein persönlicher Anspieltipp ist das gediegene „Diamond Mind“, das fast schon auf mutige Art ruhig und entspannt daherkommt.
Genre: Country/Blues/Singer, Songwriter | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * JeN | Label: Yep Roc Records/Cargo Records
SpeedBottles: Jurassic Love  ✰✰✰✰
Nach dem gelungenen Debütalbum „Downstroke Demons“ von 2012 legen die fünf Jungs nun mit „Jurassic Love“ noch einen drauf. Dieses Mal haben sich die jungen Rock’n’Roller nicht ganz so viel Zeit wie bei ihrem Erstling gelassen. „Laut, dreckig und obszön“ unterstützen sie auch bei diesem Album ihren stimmgewaltigen und dominanten Sänger Sebbi. Neben dem neuen Basser fällt während der zwölf Nummern auch der Einsatz von Piano, Orgel und Percussions auf. Zum Beispiel im Song „Devils Girl“, Sebbis Lieblingssong, wobei man aber auch recht genau hinhören muss, um die wohlwollenden, sanften Klänge des Pianos zwischen den ohrenbetäubenden Gitarrenexzessen zu erahnen. Ein gewisser Sarkasmus sowie Selbstironie in den Texten runden das ansonsten deftige Musikpaket ab.
Genre: Rock’n’Roll/Rock/Punk | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * DerDUDE | Label: Coretex Records
The Staches: Machine  ✰✰✰
Minimalistischer Garagen-Sound mit der nötigen Grundaggressivität. Was die vier Schnäuzer hier abliefern, kann sich absolut hören lassen. Wer es leicht psychedelisch mag, dabei aber auch auf verzerrte Sixties- und Seventies-Gitarren steht, wird hier nicht enttäuscht. Für mich hätte es ein wenig mehr vom härteren Stoff sein dürfen, so bleibt der Eindruck, dass zu oft vom Gas gegangen wurde. Nicht unbedingt eine Scheibe, die sofort ins Ohr geht, aber definitiv ein Teil, bei dem sich das Einhören lohnt. Anspieltip: „Song They Taught Us“ oder das melodischere „Lighter Girl“.
Genre: Garage | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * Johnny Hellstorm | Label: Snowhite/Rough Trade
Stand:25 September 2017 13:40:55/extras/reviews/seite_5/ Warning: chmod(): Operation not permitted in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Magazin_Bootstrap/files/templates/index_template.php on line 81