DYNAMITE - Reviews


Dee’s HoneyTones: Hot Damn (Boppin’ Blues And Rhythm)  ✰✰✰
Ein niederländisches Quartett mit einer Frontfrau am Mikro, das sich dem tanzbaren Rock’n’Roll und Rhythm’n’Blues – gemischt mit etwas Rockabilly – verschrieben hat. Fast alle der 15 Songs sind Eigenkompositionen. Bei einigen Liedern kommen Saxofon und Piano zum Einsatz. Eine eigentlich sehr schöne CD, die allerdings auch ihre Schwächen hat. Möglicherweise liegt es am Mastering, aber stellenweise ist der Gesang recht flach und die Gitarre zu verzerrt. Trotz des Einsatzes von zusätzlichen Instrumenten ist das Album nicht besonders abwechslungsreich. Backgroundgesang oder eine Zweitstimme würden hier einiges aufwerten. Mir fehlt etwas das Rotzige – besonders, wenn man zum Beispiel „I Need A Man“ mit dem Original oder anderen Versionen vergleicht. Für Tänzer aber durchaus empfehlenswert.
Genre: Rock’n’Roll/Rhythm’n’Blues | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * TS | Label: HTones Records
Barbara Clifford: Introducing  ✰✰
Diese Debüt-CD auf dem etablierten Schweizer Indie-Label kommt an die gesanglichen Qualitäten der bisherigen Produktionen nicht ran. Hingegen sind viele gute Ansätze dabei, die vermuten lassen, dass nachfolgende Produktionen dieses Retro-Girlies Reife unter Beweis stellen werden. Mit den 15 Songs bietet die junge Sängerin Einblick in ihre Lieblingsmusik der späten Fünfziger- und vor allem Sechzigerjahre. So hört man Songs aus dem Repertoire von Larry Williams, Johnny Kidd und Ken „Cable TV Chicago“ Mottet wie auch fünf selbstgeschriebene Stücke. Neben dem oft dünnen Stimmchen von Clifford ist die kleine Quartett-Besetzung gelegentlich mit zusätzlichen Gastmusikern an Gitarre und Sax auffällig, die vom Gitarristen und Produzenten Juan Rodriguez geprägt sind. Vor allem bei den Soul-Songs und Balladen fehlen mir all die Mädels vom Back-Cover, die sicher einen tollen Chor abgegeben hätten. Vielversprechend sind Cliffords Arrangements und die tragenden Gitarren-Riffs von Rodriguez!
Genre: Soul/Rhythm’n’Blues/Rockabilly | Format: CD | vom: 03.06.2015
Autor: * HoH | Label: Blue Lake Records/Sleazy Records
Cherry Casino and Gamblers: Cherry Sings  ✰✰✰✰✰
Die vier Songs starke EP enthält Originalsongs von Sänger und Gitarrist Axel aka Cherry Casino. Die Band besteht aus Gesang, zwei Gitarren, Schlagzeug, Bass und Saxofon. Die Platte hat das klassische Jukebox-Mittelloch und ist vor allem an die Hörer gerichtet, die auf den Mitt-Fünfziger-R’n’B stehen. Drei der vier Songs sind klar auf Tanzbarkeit ausgelegt, „I’ll Find A New Love“, „Hi-No-Love“ und vor allem „Kiss Me“ sind echte Tanzflächenkracher. Gut, dass die Ballade „Don’t Let Them Know“ zur Abkühlung dabei ist. Wer diese Berliner Cats noch nicht kennt, für den ist diese EP ein guter Einstieg. Und es ist eine Scheibe, die man dem DJ seines Vertrauens zum Auflegen rüberschieben sollte.
Genre: Rhythm’n’Blues/Andere | Format: EP (7“) | vom: 03.06.2015
Autor: * MA | Label: Rhythm Bomb Records
Atomic Suplex: 14 Inches … Of Fist!!!  ✰✰✰✰
Der Rock’n’Roll hat bekanntlich viele Facetten, diese hier ist sicher eine der schillerndsten. Gnadenlos übersteuerte Gitarren, donnerndes Schlagzeug und ultraverzerrter Gesang – Atomic Suplex gehen gewiss nicht so leicht ins Ohr wie Elvis Presley. Dass die Briten dennoch 100 % Rock’n’Roll sind, haben sie bereits mit ihrem ersten Album unmissverständlich klargemacht. Es erschien nicht nur auf dem Kultlabel Crypt Records, sondern sprach auch mit Songtiteln wie „Rock & Roll Machine“, „Rock & Roll Action“, „Rock & Roll Is Never Going To Die“ oder „I Am Rock & Roll“ eine deutliche Sprache. Auf ihrem neuen Werk „14 Inches Of Fist“ bedarf es solcherart Positionsbestimmung nun nicht mehr. Die Musik von Songs wie „One Man Party“ „Set It On Fire“ oder „White Shoes“ bleibt dafür weiterhin komplett überdrehter Nervo-Garagen-Punk, mit dem man prima jede lahme Party aufmischen kann. Wer Guitar Wolf liebt, sollte Atomic Suplex unbedingt sein Ohr leihen. Es könnte allerdings sein, dass man es mit einem Tinnitus zurückbekommt ...
Genre: Garage/Punk | Format: CD/LP/Download | vom: 20.05.2015
Autor: * StM | Label: Dirty Water Records/Cargo Records
The Baron Four: Out Of The Wild Come ...  ✰✰✰✰
Der Hinweis „mono“ und das klassisch gehaltene Cover stimmen mich noch vor dem Erklingen des ersten Akkordes froh. Diese Band kreiert mit ihrer Musik einen eigenartigen Stimmungscocktail aus Melancholie und Zufriedenheit. Selbst die schnelleren, sehr tanzbaren Songs sind davor nicht gefeit. Und genau diese Stimmung wird über die volle Länge abgefeiert. Je nach Laune nicht immer passend, hat aber definitiv was für sich. Die B-Seite erscheint mir etwas flotter und rock’n’rolliger und gefällt mir sehr gut. Hier ist definitiv viel von den Vicars hängengeblieben – und das ist ganz schön geil.
Genre: Garage/Protopunk | Format: LP | vom: 20.05.2015
Autor: * MojoMan | Label: Soundflat Records
Big John Bates: From The Bestiary To The Leathering Room  ✰✰✰✰✰
Der Kanadier Big John Bates gehört zu den ganz „Großen“ des Burlesque-Voodoo-Blues-A-Billy! Seit vielen Jahren lebt, feiert und zelebriert er zusammen mit seinen Mädels und Musikern diesen Bastard aus Show’n’Sound, mit allergrößster Geste. Der Hüne mit dem Hühnerfeder-Hut zaubert aus jenem eine weiße Dance-Unterhaltungsshow-Taube und eine schwarze Rose, er kredenzt dem Publikum eine scharfe Mischung aus flammendem und brodelndem Blues-A-Billy, inzwischen, wie schon auf dem letzten Album angedeutet, auch zuweilen mit etwas melancholischer Note. Denn mittleweile vermengt er seinen Powerdrink der Anfangstage quasi mit Southern-Gothik-Comfort-Geschmacksverstärkern. Dazu passen sowohl der verheißungsvolle Titel des aktuellen Albums als auch einige der Coverversionen, die dafür ausgesucht wurden: Neben „The Passenger“ von Altmeister Iggy Pop findet sich auch eine Version von „Black Soul Choir“ von Sixteen Horsepower auf der Platte, beide in bestechenden Varianten. Dazwischen zeigen sich Bates und seine Bassistin Brandy Bones als kongeniales Songwriter- und Arrangeur-Duett. Zehn fantastische Nummern, die live sicher absolut magisch sind, das bisher beste Werk von Voodoo-Doktor Bates und seiner Truppe!
Genre: Andere | Format: CD/LP/Download | vom: 20.05.2015
Autor: * ET | Label: Rookie Records
Black Patti: No Milk No Sugar  ✰✰✰
Black Patti sind zwei Musiker aus München, die sich auf ihrem Solodebüt dem akustischen Pre-War-Blues verschrieben haben. Ihr Repertoire besteht überwiegend aus Coverversionen, die den Delta-Blues (Charlie Patton, Willie Brown) und frühen akustischen Chicago-Blues (Kokomo Arnold, Sonny Boy Williamson I) abdecken, und reicht mit zwei Titeln von den Mississippi Sheiks bis in die Zwanzigerjahre zurück. Die Arrangements sind minimalistisch: Resonator-Gitarre, Mundharmonika, Mandoline. Der Sound ist dünn und etwas klimprig und auch hinsichtlich ihrer Stimmen will keine Begeisterung aufkommen: Man vermisst das genuine Blues-Timbre. Andererseits beherrschen sie ihre Instrumente und haben auch ein Feeling für den Early Blues, das zeigt sich insbesondere an dem einfühlsam gespielten Sheiks-Cover „Please Baby“. Ihre Performance könnte man als laid back oder cool bezeichnen, aber genauso als leidenschaftslos: Alles wirkt gebremst, nur selten geht es richtig ab. Das ist filigran-kunstvoller Blues für Konzertsaal und Vernissagen, für ergriffenes Lauschen und gesittetes Applaudieren; kein Blues für den Juke Joint oder flotte Tänze auf dem Record Hop. Wer auf die brachiale Urgewalt des akustischen Downhome-Blues steht, der sollte sich Bo Weavil oder Blackberry ’n Mr. Boo-Hoo anhören.
Genre: Blues | Format: CD | vom: 20.05.2015
Autor: * GeRo | Label: Rhythm Bomb Records/Broken Silence
The BlueBeaters: Everybody Knows  ✰✰✰✰✰
Was für ein Hammer-Comeback! Sechs Jahre nach dem letzten Longplayer und in geänderter Besetzung liefern die BlueBeaters aus Turin ein Spitzenalbum ab, bei dem einem das Grinsen oft schier nicht vergehen will. Bereits die Vorabsingle „Catch That Teardrop“ war großartig. Das Album wird den daraus entstandenen hohen Erwartungen gerecht und ist durchweg gelungen. Es gibt Experten, die den Abgang des früheren Sängers Giuliano Palma bedauern. Nun ja, ich finde, sein Nachfolger Pat Cosmo (gelegentlich unterstützt von Mr. Tbone) macht seine Sache hervorragend und passt sich bei vielen Songs ziemlich geschickt dem jeweiligen Original an. Die Interpretationen der drei jamaikanischen Klassiker (Blues Busters, Silvertones, Delroy Wilson) sprechen für sich, aber vor allem die Cross-Genre-Cover haben sehr hohen Unterhaltungswert und sind einfach genial in mitreißende Ska- oder Rocksteady-Tunes umarrangiert. Ob nun Kraftwerk, The Smiths, Oasis, Bruce Springsteen, The Undertones oder Vangelis – man meint schließlich, dass das schon immer Offbeat-Tracks waren. Als Studioversion hätten einige Stücke vielleicht etwas mehr auf den Punkt und eine gute halbe Minute kürzer sein dürfen, aber live gespielt werden genau diese ganzen Schnörkel vorhersehbar die Säle zum Beben bringen.
Genre: Ska | Format: CD/LP/Download | vom: 20.05.2015
Autor: * PV | Label: Record Kicks
The Blues Busters: The Wonder And The Glory Of ...  ✰✰✰✰
Wenn man sich diese klangtechnisch und optisch fein aufbereitete Sammlung der Frühwerke der Blues Busters anhört, versteht man gut, warum das Duo auserwählt wurde, Jamaika auf der New Yorker Weltausstellung von 1964 zu vertreten und dafür zu sorgen, Ska in den amerikanischen Mainstream zu tragen. Das klappte bekanntlich erst mal nicht, aber an Philipp James und Lloyd Osbourne Campbell hat es sicher nicht gelegen, denn obwohl diese Aufnahmen aus den frühren Sechzigern stammen, als die jamaikanische Musikindustrie noch in den Kinderschuhen steckte, klingen sie schon erstaunlich perfekt. Den Vergleich mit US-Künstlern wie Sam Cooke brauchen die beiden nicht zu scheuen. Erfreulicherweise ist das Material anders als bei vielen anderen jamaikanischen Vokalduos und -trios der Anfangsjahre selbst geschrieben und dadurch viel origineller. „The Wonder And The Glory Of“ schließt eine wichtige Lücke in der Diskografie der Blues Busters, deren bekannte Hits wie „Soon You’ll Be Gone“ erst in der Ska- und Rocksteady-Ära folgen sollten. Die jüngst wieder auf die Bühne zurückgekehrten Keith & Tex erwiesen James und Campbell auf ihrer letzten Tour die Ehre mit einem Medley. Leider verstarben beide viel zu früh, 1989 und 1991, und erlebten die späte Wertschätzung nicht mehr.
Genre: Reggae/Soul/Ska | Format: CD/LP | vom: 20.05.2015
Autor: * POTB | Label: Sunrise Records
The Boners: Hell Yeah  ✰✰✰
Zwölf grundsolide Tracks zwischen Rock’n’Roll, Rockabilly und anderen Anleihen an die Fifties, gut gemischt, gut abgehangen. Das Quartett aus Leicestershire um Sänger und Gitarrist Spike (ex-Rocket 3) beherrscht den Style, überträgt ihn mit Würde und Drive in die Gegenwart, auch dank der satten Studioproduktion. Die Themen, um die die Songs kreisen wie eine Motorrad-Gang um eine Tankstelle voller Bierdosen, spiegelt all das wider, was zum Rockabilly dazugehört: Miezen, Maschinen, Mätzchen! Da auch ein adäquates „Vintage“-Pulp-Magazine-Artwork des bestens bekannten Szenegrafiker Don De Vil dabei ist, wird die Scheibe zu einer runden Sache für Fans von Lou Cifer oder anderen Neo-Billy-Bands, die das Herz am rechten Fleck, die Pomade an der richtigen Stelle und den guten Ton im Gepäck haben ...
Genre: Rockabilly | Format: CD | vom: 20.05.2015
Autor: * ET | Label: Rhythm Bomb Records/Broken Silence
Marcel Bontempi: Witches, Spiders, Frogs & Holes – Demos & Recordings 2009-2014  ✰✰✰✰
Seit den Neunzigern als Kopf der grandiosen Montesas und zugleich als anerkannter visueller Künstler (u. a. durch zahlreiche Plattencoverdesigns) bei Kennern lange kein unbeschriebenes Blatt mehr – aus der deutschen Rock’n’Roll-Szene ist Marcel Bontempi schon seit geraumer Zeit nicht mehr wegzudenken. Neben den Montesas bereicherte er uns musikalisch mit der Countryband Dr. Bontempi’s Snake Oil Company und seit 2009 mit mehreren Soloaufnahmen, die nun gesammelt auf „Witches, Spiders, Frogs & Holes“ vom Stag-O-Lee-Label auf LP und CD veröffentlicht wurden. Einige der darauf enthaltenen Aufnahmen dürften zwar vielen von diversen (meist ausverkauften) Singles nicht unbekannt sein, allerdings gibt es auch sieben bisher unveröffentlichte Stücke zu hören, worunter sich sowohl Cover wie zum Beispiel eine Version von „Just Dropped In“, die sofort unter die Haut geht, als auch coole Eigenkompositionen wie „Lovesick Stroll“ befinden – insgesamt bekommt man hier die gewohnte, geniale Mischung aus Rhythm’n’Blues, Rock’n’Roll und der markanten Bontempi-Stimme – eine Mischung, die einfach immer ins Schwarze trifft. Absolut empfehlenswert!
Genre: Rhythm’n’Blues/Rockabilly | Format: CD/LP | vom: 20.05.2015
Autor: * KR | Label: Stag-O-Lee
The Chuck Wagon Gang: Complete Recordings 1936-1955  ✰✰✰✰
Die Chuck Wagon Gang wurde vor rund achtzig Jahren in Texas gegründet; die „Familien-Bande“, ursprünglich bestehend aus D. P. (Dad) Carter, seinem Sohn Jim und seinen Töchtern Rose und Anna, ist bis heute im Auftrag des Herrn unterwegs und sorgt mit ihren Gospel-Klängen für Erbauung unter den christlichen Hörern. Über 40 Millionen Schallplatten haben sie im Laufe ihrer Karriere verkauft, ihrem ersten Label Columbia Records hielten sie 39 Jahre die Treue – Weltrekord. Doch obwohl der Mensch ja bekanntlich nicht scheiden soll, was der Herr zusammengeführt hat, wechselten sie Ende der Siebziger zu einem anderen Label, nachdem Columbia den Support weitgehend eingestellt hatte. In dieser Zusammenstellung sind neben einem 148-seitigem Begleitbuch mit vielen Infos und seltenem Bildmaterial alle Aufnahmen mit Gründer Dad Carter aus den ersten zwanzig Jahren enthalten; wie bei den qualitativ einmaligen und liebevoll gestalteten Boxen im LP-Format von Bear Family üblich, natürlich inklusive unveröffentlichter Titel. Konkret bedeutet das: 152 Titel mit fast sieben Stunden Spielzeit. In Maßen ist das auch für Agnostiker genießbar, das Ganze am Stück durchzuhören, dürfte aber selbst für Gläubige vom Schlage eines Ned Flanders zum Martyrium werden.
Genre: Gospel/Country | Format: 5-CD-Box & Buch | vom: 20.05.2015
Autor: * GL | Label: Bear Family
Stand:19 November 2017 07:35:45/extras/reviews/seite_6/ Warning: chmod(): Operation not permitted in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Magazin_Bootstrap/files/templates/index_template.php on line 81