| Die „Bad Boys“ aus Hollywood |
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| Photo: © Warner |
Im Serien-Sequel präsentiert DYNAMITE! nun waschechte Männer aus der Traumfabrik, die in jeder Situation cool geblieben sind: Das Whiskeyglas in der Hand, die Kippe lässig im Mundwinkel, die Knarre im Halfter und eine faszinierende Frau an der Seite …
Die Story des Films ist auch eine Erfolgsgeschichte des jeweils zeittypischen Männlichkeitsbildes. Um von Studioseite eine erfolgsversprechende Vision eines männlichen Stars für eine Periode zu kreieren, musste man die jeweils existierenden Idealbilder des Mannes erforschen wie ein Ethnologe. Auf dieser Matrix entwarfen dann Produzenten, Regisseure oder Drehbuchautoren Archetypen als Spiegelbild – manchmal auch als Brechung oder Verzerrung. Und Talent-Scouts und Agenten machten sich dann auf die Suche.
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| Photo: © Bear Family |
Träume auf Celluloid: Männerphantasien
In der Frühphase der Hollywood-Filmhistorie waren die männlichen Filmfiguren hundertprozentige Archetypen; die frühen „männlichen Diven“ verkörperten eher einen Typus, vorgespielte Rollenmuster waren die eigentlichen Stars, die Schauspieler dagegen schienen so austauschbar wie das restliche Produktionspersonal. Die Produzenten der Großstudios bestanden zwar auf ihre Stars, aber diese waren zum überwiegenden Teil mehr oder weniger üppig entlohnte Angestellte, die eine Rolle übernahmen und diese dann, wenn einmal etabliert, wiederholen mussten, oft in fünf fast identischen Filmen pro Jahr – immer nach ähnlichem Muster. Die frühen Rollenmuster sind reproduzierbar, recycelbar: Charles Starrett (!) als Westerner, Errol Flynn als „Draufgänger in allen Lebenslagen“ oder Roy Rogers, der singende Cowboy, mit seinem Pferd Trigger – diese drei prügelten sich in ihren Heldenrollen durch unzählige Filme, eroberten am Ende des Tagwerkes aber stets die schönen Damen, egal ob als Freibeuter, Bulle oder Cowboy, egal ob „Unter Piratenflagge“, „West Of The Santa Fe“ oder „North Of The Yukon“. Und einige der Schauspieler, die sich damals doch schon als Einzelstars ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben, wurden gar durch ihr Publikum abgestraft, wenn sie ihre Rollentypen oder ihr Image wechselten bzw. dies versuchten.
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| Photo: © Bear Family |
Der Stoff, aus dem die Helden sind
Während Rock Hudson, der selbst fünfmal den begehrten Laurel Award als bester männlicher Darsteller erhielt, als maskuliner Gegenpart zur bieder-jungfräulichen Doris Day zwar einen Filou verkörpern musste, war sein Sexappeal doch eher harmlos im Vergleich zu den Figuren, die später durch Dean Martin oder Tony Curtis die Schlafzimmer Amerikas erobern sollten: Martins Sündenpfuhl in den Agentenpersiflagen um den Ladykiller Matt Helm ist so legendär, dass er bis heute von keinem Hollywood-Innenarchitekten getoppt werden konnte. Dieser Dean Martin, der eigentlich Dino Paul Crocetti hieß, fand eher zufällig nach Hollywood und in die Hitparaden...
Wie genau und noch viel mehr über die Ladykiller der 50'er steht im DYAMITE! Magazine #63, Ausgabe 2/10 geschrieben.
Text: Emmerich Thürmer; Manfred Prescher; Herbert Helm
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