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Andy von Andy’s Body Electric fährt einen 56er Buick Special. Der Wagen ist mit seinem Standard-V8 zwar kein Rebell der Straße, aber als einer der meistverkauften Wagen seiner Zeit spiegelt er die USA der 50er wider wie kaum ein anderes Auto.



Früher war Andy einer von denen, gegen die man im Vollgas-Duell besser nicht antreten sollte. Einer, der sich am Steuer seines Ami-Schlittens nichts sagen ließ, dessen Reifenabrieb man beim Ampelrennen erst von der Frontscheibe wischen musste, bevor man selbst über die Startlinie peitschte. „Mein 69er Chevy Pick-up hatte 280 PS an der Hinterachse. Damit habe ich einen SLK nach dem anderen von der Fahrbahn gejagt.“ Andy meint: „Das war schon was.“ Heute lässt er es ruhiger angehen. „Ich bin älter geworden, trage mehr Verantwortung und betreibe ein Geschäft. Wenn ich da in so ner Rockerschaukel sitze und mit 200 Sachen von der Straße abkomme, ist das nicht mehr so lustig.“ Seinen Chevy hat der Inhaber des Tattoo-Studios Andy’s Body Electric in Willich am Niederrhein inzwischen nicht mehr. Stattdessen fährt er jetzt ein ruhigeres Auto – das allerdings keineswegs weniger Rock’n’Roll versprüht.

Andy lebt Rock’n’Roll, seitdem er denken kann. Er trägt seit rund 30 Jahren Tolle, kleidet sich mal in Anzug und feinem Zwirn, mal wirft er die Lederjacke über und stampft in Boots über die Straße – ganz so, wie es ihm gerade passt. „Das sind immer mal so Phasen“, sagt er. „Ich war noch nie der Typ, der sich gern sagen lässt, was er zu tun und zu lassen hat. Stattdessen habe ich mir immer das rausgesucht, was mir am besten gefiel. Auch bei den Autos: Ich wollte immer Wagen mit Seele und Charakter haben. Aber es ging mir nie darum, dass möglichst viele andere Leute es möglichst cool finden.“



Vor knapp sechs Jahren quatschte Andy mit einem Kumpel mal wieder über Autos.
„Der sagte plötzlich, er habe noch einen alten Ami in der Garage stehen, den er seit drei Jahren nicht mehr angerührt habe“, erzählt der Niederrheiner. „Ich interessierte mich dafür, und wir guckten uns den Wagen an.“ Unter trockenen Tüchern verhüllt stand da ein Buick Special Baujahr 1956 in heftigem Pastellgrün, das dennoch erst am Tageslicht seinen wahren Glanz zeigte: Es war eine Mischung aus mint- und pastellfarben, so satt und saftig, als habe Meister Proper die letzten Jahre den Lack gewienert. Eine Farbe, wie man sie aus den Milchbars der 50er kennt. Und auch die Formen des Autos zeigten die klare Designsprache eines Nachkriegsamerikas, das sich nicht so recht entscheiden konnte, ob es Prunkland oder Candyworld sein wollte: Eine an den Flächen schnörkellose Karosserie mit kleinem Hüftschwung in der Zierleiste, dazu eine große Panorama-Frontscheibe, ein Hauch von Heckflossen und an den Ecken deutlich mehr verspielte Rundungen als scharfe Kanten. „Das Auto war auf Anhieb etwas für mich“, so Andy. „Es strahlt die 50er Jahre aus. Er gehört zwar nicht in die wilden und rebellischen 50er, aber er steht vom Stil her eindeutig für diese Zeit.“ Tatsächlich war der Buick Special damals eines der meistverkauften Autos der USA und gilt damit heute als Stellvertreter seiner Ära.


Was Andy noch zu erzählen hat könnt ihr im DYNAMITE! Magazine 01/2010 (#62), ab dem 27.11. am Kiosk, nachlesen!

Text: Boris Glatthaar
Bilder: Dirk „The Pixeleye“ Behlau

25.11.2009   Link zu diesem Artikel an einen Freund senden nach Oben Kommentar schreiben
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