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Die Berliner Clubs in zwei Nächten durchforsten? Keine Chance. Berlin ist groß – riesengroß. Hier hat so gut wie jeder Stadtteil seine eigenen Clubs, seine eigenen Läden und eine eigene Szene an Leuten, die ihren Kiez nur in Ausnahmefällen verlassen. An einem Wochenende alles abzuklappern, ist da kaum zu schaffen. Und selbst zehn Tage sind knapp bemessen. Aber so viel Zeit habe ich mir dann doch genommen, um mich in der Hauptstadt mal ein bisschen umzuschauen …

Montagabend angekommen und kurz in Mike Penny's Wohnung eingecheckt, geht es gleich ins Kreuzberger Wild at Heart, wo Trinity und Lloyd, beide u. a. bei den Kamikaze Queens, jeden Montag ihren Great Country Swindle veranstalten. Hipbone Slim stehen auf der Bühne, der DJ spielt souligen 60s-Stuff und es ist selbst an diesem verregneten Montagabend jede Menge Musikerprominenz aus allen Ecken der Welt zugegen. Die Stadt boomt zurzeit wie schon lange nicht mehr. Alle, vor allem Künstler und Musiker, wollen hier momentan ihr Glück versuchen. Die Stimmung im Wild at Heart ist gut, ebenso wie die Band. Doch Trinity, die vor elf Jahren aus den USA nach Berlin kam, wird den Country Swindle ab November nur noch sporadisch veranstalten. Zu viele Bands, in denen sie singt, und zu viele andere Verpflichtungen lassen ihr kaum noch Zeit dazu. Schade drum.
 

Dienstagnachmittag dann einen Abstecher ins Rock-A-Tiki am Prenzlberg. Kleiner, aber feiner Laden mit 50s-Klamotten, Schuhen und angeschlossenem Hairstylisten sowie Anlaufstelle für die neuesten Infos aus der Rockabilly-Szene. Alex, hauptberuflich Veranstalter, DJ und Musiker, betreibt den Laden seit einigen Jahren. Hole mir dort noch ein paar Hairstylingtipps von Toddy the Barber und unterhalte mich mit den beiden über die Berliner Szene, die ihrer Meinung nach trotz anhaltend äußerlichem Hype immer noch sehr authentisch ist. Was beide allerdings sehr bedauern, ist, „dass hier in der Stadt jeder sein eigenes Süppchen kocht“ und jeder seine eigenen Vorlieben streng von anderen Szenen abgrenzt. Abends geht's dann ins Myslivska in der Schlesischen Straße, wo jeden Dienstag, wenn der Chef selber arbeitet, Countrymusik angesagt ist. Feiner Laden mit der langbeinigsten und hübschesten Barfrau, die mir in Berlin begegnet ist. Hier mache ich bis morgens um vier ganz entspannt den Country-DJ und lasse mich dann von Stefan, Koch und Besitzer des Café Royal, auf der Ladefläche seines nagelneuen Piaggio-Dreirads Richtung Friedrichshain transportieren. Trinitys Salon Kitty im CCCP muss ich in dieser Nacht leider ausfallen lassen – der Überdosis Gin Tonic wegen. Aber für die ersten zwei Tage in Berlin soll's auch mal gut sein...

Die komplette Story gibt es im DYNAMITE! Magazine #63, Ausgabe 2/10 zu lesen!

Text: Pierre La Qua
Bilder: Pierre La Qua

25.01.2010   Link zu diesem Artikel an einen Freund senden nach Oben Kommentar schreiben
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