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zurück zur Übersicht | Weibliche Filmgöttinnen

Picture: 20th Century Fox
 Um ein Millionenpublikum in die Lichtspielhäuser zu locken, gab es mehrere Strategien. Eine davon, die ziemlich erfolgreich von den Hollywood-Studiobossen angewandt wurde, war die Kreation weiblicher Stars, die entweder männlichen Zuschauern als Idealbild auf Celluloid präsentiert wurden oder weiblichen Kinobesuchern als Identifikationsmuster dienen konnten. Vor allem der weibliche Film-Star, und ganz besonders die mondäne, unnahbare Diva als hochgradig öffentliche Figur hat seit dem 19. Jahrhundert das Erbe der Königinnen und Kaiserinnen angetreten, parallel zum Siegeszug der Boulevard-Magazine und der Regenbogenpresse – siehe das Paradebeispiel Grace Kelly, die als Filmstar und Leinwandprinzessin urplötzlich im Medien- und Blitzlichtgewitter zur realen Traumprinzessin von Monaco gekürt wurde.

Diese Frauenfiguren sind es, die das Kinopublikum sehen wollte und die die Hochglanz-Klatsch-und-Tratsch-Magazine und die Hollywood-Boulevards noch etwas verführerischer und glänzender erscheinen ließen. Und darauf setzten auch die cleveren Movie-Macher mit ihren ausgetüftelten Schnitt-Mustern, die sie dem Publikum anboten, um Kino-Erfolge produzieren zu können: Wahlweise setzte man entweder auf unverbrauchte Frauen, die zugleich sexy sowie talentiert waren und mit entsprechendem Make-up und Marketing zu neuen Stars aufgebaut werden konnten, oder aber man probierte eine bewusste Rückholung, ein Comeback alt gedienter Diven, deren Stern schon (leicht) verblasst war.

Als die Pin-up-Girls im Kino laufen lernten, wurde die unnahbare und starke Schöne, die sich vorzugsweise in den Noir-Streifen der vierziger Jahre emanzipiert gab, auf das vorzeitige Altenteil geschickt. Statt Gene Tierney, die unter anderem als Laura zur dezent erotischen Modeikone wurde, trimmten die Studiobosse den neuen Frauentyp auf Kurven. War Humphrey Bogarts Ehefrau Lauren Bacall in Howard Hawks‘ „Haben und Nichthaben“ von 1944 noch die psychisch stärkste Person des Films, sahen die Autoren solche Rollen in den Drehbüchern der 50er Jahre kaum noch vor. Böse Frauenfiguren, wie sie etwa Ida Lupino in „The Lady That Failed“ spielte, kamen immer seltener zum Zuge. Für Männer stellten die neuen „Glamour Girls“ einen besonderen Traum dar, denn jeder konnte jetzt hoffen, dass irgendwo eine Sexbombe auf ihn wartete. Die großen Diven aus der Hollywoodszene symbolisierten dagegen eher eine Art sinnliche Traumfigur, die unerreichbar in einem Schloss im Himmel lebte.


 Picture: Sony Columbia
Rita Hayworth: Eine Göttin auf Erden

Diese Frau hat das Diven-Gen bereits von Geburt an im Blut gehabt: Rita Hayworth, eigentlich Magarita Carmen Cansino, ist das Kind eines spanischen Profitänzers und eines Showgirls; bereits von Kindesbeinen an stand sie im Rampenlicht. Bei einer der Familienshows nahm einer der Produktionschefs der Fox-Studios die Fährte auf und lud Rita/Margarita zu einer Probeaufnahme in das Studio nach Hollywood ein. Einen der ersten Auftritte hatte die noch ziemlich unbekannte Schauspielerin unter dem Namen Rita Cansino als geheimnisvolle Orientalin in einem der frühen Charlie-Chan-Serienstreifen, die damals das Kinopublikum mit Krimis voller Mystery-Elemente in Scharen ins Kino lockte. Den entscheidenden Karriereschub brachte ihr dann der Wechsel in die Columbia-Filmstudios. Allerdings musste sie sich zunächst, auf Druck von Studioboss Harry Cohn, den Namen zulegen, unter dem sie zur Hollywood-Diva aller Diven wurde: Aus Rita Cansino wurde Rita Hayworth, die „Liebesgöttin von Amerika“ – so der Titel, der ihr 1947 vom „Life Magazine“ verliehen wurde.


Was es sonst noch Wissenswertes über Rita und viele andere Hollywood-Diven gibt könnt ihr im DYNAMITE! Magazine 01/2010 (#62), ab dem 27.11. am Kiosk, nachlesen!

Text: Emmerich Thürmer/Manfred Prescher/Herbert Helm

25.11.2009   Link zu diesem Artikel an einen Freund senden nach Oben Kommentar schreiben
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