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zurück zur Übersicht | I Sold My Soul For Rock‘n‘Roll 9./10. Oktober 2009, Speyer, Halle 101

Es waren einmal 14 Bands und viele Musikfreunde, die sich an einem kühlen, aber freundlichen Oktoberwochenende auf den Weg nach Speyer machten. Durch Widrigkeiten wie Staus und liegen gebliebene Fahrzeuge ließ sich das unerschrockene Partyvolk zwar nicht abhalten, jedoch füllte sich am Freitag die Halle 101 zunächst nur langsam – was aber der insgesamt guten Stimmung trotzdem keinen Abbruch tat. Würde so ein modernes Märchen beginnen? Vielleicht, aber Märchen sind ja meistens zu schön, um wahr zu sein. Das „I Sold My Soul For Rock‘n’Roll“-Festival war hingegen an Realität kaum zu überbieten.


Tag 1: Hochklassige Unterhaltung

Nach monatelangen Vorbereitungen und einigen arbeitsreichen Überstunden war am 9. Oktober endlich der Tag gekommen, auf den das Festivalteam und sicher auch viele Besucher regelrecht hingefiebert hatten. Schon am späten Nachmittag kamen die ersten Billies, um ihre vorbestellten Tickets abzuholen. Das Team war guter Dinge, organisatorisch war alles akribisch vorbereitet, jetzt musste nur noch die Hütte voll werden und die Stimmung passen. Dass Letzteres der Fall war, bemerkten wir bereits bei der ersten Band, denn schon bei The Bone Machine aus Italien gingen die Anwesenden nach kurzer Eingewöhnungsphase gut mit. Klar, als Veranstalter tut es weh, eine Band schon um 18 Uhr spielen lassen zu müssen, aber irgendwer muss ja den Anfang machen, und den haben die drei Römer mit Bravour gemeistert.

Weiter ging es mit den Kamikaze Queens aus Berlin, drei Männer und zwei Mädels, die mit schrägen Outfits und perfekter Bühnenshow beeindruckten. Mit von der Partie: Tex Morton – Garant für guten Gitarrensound; doch auch die anderen Bandmitglieder wussten um gutes Entertainment. Über die Astro Zombies muss nicht viel gesagt werden. Die aus drei Nationen zusammengestellte Combo tat wie immer ihr Bestes, um das Publikum zu unterhalten. Es war übrigens der erste Auftritt, den ich von den Zombies mit ihrem neuen Bassisten Mark gesehen habe … was soll ich sagen? Thomas gehörte für mich zwar optisch ins Bild, aber Mark am Bass hat ja schon in diversen anderen Bands bewiesen, dass er es drauf hat.



Ein übersichtliches Besucherfeld

In den Umbaupausen, die bewusst kurz gehalten wurden, konnte sich das geneigte Volk dem Shoppingwahn hingeben, denn im angrenzenden Zelt boten Drunkabilly Records, Timeless, Tombstone Records und Killer Kirsche ihr Sortiment an. Männer, die deshalb keine Beachtung bei ihren Mädels fanden, hatten dann immer noch die Möglichkeit, ihrer Biernot Abhilfe zu schaffen, denn für das leibliche Wohl sorgte wieder einmal die Crew von Flaming Star.

Weiter ging es mit den Deltas. Extra mit Boz Boorer im Gepäck aus London eingeflogen – hach, watt schön! Eine Stunde fetten Rockabilly gepaart mit Blues gab es auf die Ohren. Gerockt haben die Jungs! Zu diesem Zeitpunkt waren schon so viele Menschen glücklich, man hätte meinen können, es kann eigentlich nicht besser werden. Doch Mike Sanchez legte ordentlich nach! Trotz fetter Erkältung und der Überlegung, seine Studioaufnahmen zwei Tage später abzusagen, gab der smarte Engländer wieder alles. Mike spielte mit jeder einzelnen Kamera, flirtete mit der Menge und spielte sein E-Piano, als würde es kein Morgen geben. Eine Neuerung war die Besetzung an der Gitarre: Walter Broers von den Seatsniffers sah aus, als hätte er nie etwas anderes gemacht, als für Mike zu spielen. Genial!


Beste Entertainer unter sich

Dann kam der Mann, der uns vor der Show noch augenzwinkernd zuflüsterte: „Seid ihr wahnsinnig? Ihr könnt mich doch nicht nach Mike Sanchez spielen lassen! Er ist der beste Entertainer, den ich kenne!“ Aber wer Mike und Paul kennt, weiß, dass beide auf ihre Art das Publikum mitreißen. So ließ es sich Paul Ansell auch an diesem Abend nicht nehmen, eine gute Mischung aus eigenen Songs und Covers zu spielen. Auf meine Frage, wie oft er denn schon „Red Light“ gespielt habe und wie viele Leute sich immer wieder bei ihm dafür bedanken würden, antwortete er grinsend: „Unzählige Male. Manchmal wünschte ich, ich hätte den Song selbst geschrieben, dann könnte ich den Trubel noch mehr genießen!“ Dennoch flippt immer wieder der ganze Saal aus, wenn Paul die ersten Takte dieses (und auch anderer) Songs anspielt.



Wie kamen die Polecats an und was geschah am zweiten Tag?
Lest im neuen DYNAMITE! Magazine 01/2010 (#62), ab dem 27.11. am Kiosk, nach!


Text: Tag 1: Jessica Hierschbiel; Tag 2: Andy Schmidt
Bilder: Dirk „The Pixeleye“ Behlau

25.11.2009   Link zu diesem Artikel an einen Freund senden nach Oben Kommentar schreiben
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