| Shannon Brooke |
Die Frauen auf ihren Fotos sind Göttinnen: Perfekt inszeniert, makellos, unnahbar. Shannon Brooke, Fotografin aus Sacramento, Kalifornien, ist eine Meisterin im Komponieren des vollkommenen Bildes. Dabei entgeht ihr keine deplatzierte Requisite, kein verwehtes Haar. „It’s all about detail!“ Unterstützt wird sie dabei von Hair & Make-up-Artist Jennifer Corona, die neue Shootingideen – sei es das Nachstellen eines Roy Lichtenstein-Gemäldes, ein „Dia de los Muertes“-Projekt oder ein Zombie-Pinup-Shooting – problemlos umzusetzen weiß.

Es liegt alles im Detail
Shannon Brookes Bildsprache ist klar und dennoch verspielt, die Beleuchtung lässt ihre Modelle strahlen und es bleibt kein Raum für Spekulation. Nichts wirkt wie zufällig eingefangen, nichts wie beobachtet. Der Betrachter ist direkt dabei, herausgefordert von schönen, starken Frauen. Sei es Sabina Kelley oder Monica Renée – ihre Fotos zieren regelmäßig das Cover des australischen Deadbeat Magazines, zu ihren Kunden gehören LA Ink, Pinupgirl Clothing, Lucky 13 und unzählige andere.
Sieht man die Resultate ihrer Arbeit, stellt man sich die Frau hinter der Kamera ebenfalls distanziert, reserviert und hochprofessionell vor. Letzteres ist sie unbestreitbar! Doch behauptet sie von sich, mit ihr zu arbeiten sei wie ein schöner Tag mit Freundinnen, die Verkleiden spielen, und nichts mache sie glücklicher als den Mädchen vor der Kamera das Gefühl zu geben, absolut hinreißend zu sein.
Wie fing alles an? Was ist ihre Inspiration? Was war ein Schlüsselmoment ihrer Karriere? Welchen (beruflichen) Traum hat sie noch? Shannon war so nett, uns direkt nach der Rückkehr ihrer Australienreise unsere Fragen zu beantworten!

Ihre Theorie: Sich rar zu machen steigert die Nachfrage
Du bist eine der weltweit angesagtesten Pinup-Fotografinnen unserer Zeit – seit wann fotografierst du schon? Erzähl mir doch, wie alles anfing!
Im Jahr 2000 schenkte mir meine Tante eine Spiegelreflex-Kamera aus den 70ern. Erst fragte ich mich, was zur Hölle ich damit anfangen sollte. Also besuchte ich ein paar Fotokurse in Orange County, um zu erfahren, wie ich sie bedienen sollte. Seitdem hab ich sie nicht mehr weggelegt! Ich benutze sie immer noch, wenn ich genug Geld habe, analog zu fotografieren.
Du bist ein echtes „Nikon-Girl“, richtig?
War ich schon immer, von Anfang an. Die Qualität ist nicht zu übertreffen! Ich glaube allerdings, alle Marken sind gut, solange der Benutzer das richtige Auge dafür hat.
Wie ist dein Bezug zur Rockabilly- oder Pinup-Szene?
Ich habe eigentlich selten einen Stand auf Carshows. Ich stelle auch nicht häufig aus. Zu Events gehe ich lieber hin, um Spaß zu haben, statt zu arbeiten! Ich liebe die Szene und ich liebe es, mich mit dieser Kultur zu umgeben. Außerdem denke ich, je weniger greifbar ein Künstler ist, desto mehr scheinen die Leute sich angezogen zu fühlen, was natürlich die Nachfrage erhöht! Das ist vielleicht nur meine Theorie, hoffentlich geht mein Plan auf!

Pinups in klassischen Posen, aber immer mit einer modernen Note
Wie ich auf deiner Homepage gelesen habe, lässt du dich gern von den klassischen Pinup-Künstlern wie Driben oder Vargas inspirieren. Wo holst du noch deine Ideen her?
Ja, ich schau mir immer noch die großartigen Pinup-Meister an. Damals hat ja alles angefangen! Die Typen waren unschlagbar darin, Posen zu finden und Körperlinien gut aussehen zu lassen. Ich blättere aber auch gern in Zeitschriften, um mir Ideen für verschiedene Lichtsetzungen zu holen. Außerdem mag ich das Interview Magazine wegen ihrer Porträtideen und George Hurrell für Lichttechniken. Mann, der Kerl war ein Genie! Wenn ich nur entfernt an sein Talent heran käme, wäre ich glücklich!
Deine Fotos zeigen oft Pinups in klassischen Posen, aber immer mit einer modernen Note – zum Beispiel haben deine Models Tattoos, Piercings usw. Wofür steht deiner Meinung nach heute eine schöne, tatöwierte Frau? Vielleicht ist das eine blöde Frage?
Shannon: Ich glaube, das moderne Pinup zeigt eine Menge Attitüde! Es ist zwar immer noch unschuldig, aber es darf ruhig Tattoos, Piercings oder pinke Haare haben. Moderne Pinups drücken ihren Modegeschmack unmissverständlich aus, was meiner Meinung auch damals in den 50ern die klassischen Pinups gemacht haben. Die Mode hat sich wahnsinnig schnell geändert und damals war es eben Punk, einen knallroten Schuh zu einem Outfit zu kombinieren.
Das komplette Interview mit vielen tollen Fotos findet ihr im DYNAMITE! Magazine 4/10
Text: sweetness Bilder: Shannon Brooke
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