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Groupie-Sex und Sixtiesbeat

Gitarristen und Sänger bekommen immer die heißesten Frauen ab – oder zumindest irgendwelche. Für Teenager voller Saft und Kraft und Tatendrang ist das ein wichtiges Argument für den Griff zur Gitarre oder zum Mikrofon. Für die, die mehr daraus machen wollen, als nur die Gitarre oder den Mikroständer cool zu schwingen, heißt es: Lernen, texten, Songs entwickeln und an dem eigenen Sound und der eigenen Stimme arbeiten. Irgendwann kann sogar eine richtig gute Band daraus entstehen – wie etwa bei den Montesas. Wenn noch eine gute Bühnenpräsenz und eine gute Show dazukommen, beginnt es irgendwann Groupies auf die Band zu regnen....

Apropos Regnen: Die Montesas gelten mittlerweile als eine der besten Sixties-Beat-Rockabilly-, Rhythm’n’Blues-, Surf- und irgendwas-Kapellen. Die Kritiken von ihren Alben lesen sich hymnisch: „nur Top-Hits“, die „beste deutsche Beatband“ und so weiter. Vergleiche mit The Kaisers oder Billy Childish sind auch nicht selten. Lob regnet es schon mal. Marcel Bontempi, Sänger und Gitarrist, rückt das im Interview etwas zurecht: „Naja, ehrlich gesagt sind wir die einzige deutsche Beat-Band, die es im Moment gibt, da ist es natürlich einfach, sowas zu behaupten. Andererseits... ja, naja, wir sind schon ganz gut und wer nicht komplett auf eine einzige Musikrichtung eingefahren ist, wird uns nicht verachten. Es schmeichelt uns schon und natürlich sind unsere Gagenforderungen höher geworden in all den Jahren, aber die Gefahr eitel zu werden wird bei langen Konzertreisen im Winter und schlechten Unterbringungen – und ich meine wirklich schlechte Unterbringungen – im Keim erstickt. Eitel sein können wir uns nicht leisten – dafür jede Menge Spaß!“

Der Spaß scheint den Montesas noch nicht ausgegangen zu sein. Immerhin gibt es die Kapelle seit knapp zwölf Jahren und sie haben die ganze Zeit ohne allzugroße Umbesetzungen und Blessuren überstanden: „Langweilig für den Leser, aber ausgezeichnet für uns: Es gibt keine schmutzige Wäsche; alle Bandumbesetzungen sind ohne größere Spannungen über die Bühne gegangen und sind allein aus der Not geboren worden.“ Freundlichkeit ist bei The Montesas eben vorherrschend. Marcel beschreibt, was die Band ausmacht und zusammenhält dementsprechend: „Tanzbare Nummern, kein Gewichse, Gitarren unterm Kinn, Uniform, mehrstimmiger Gesang, ein Set gespickt mit Liedern, die kaum eine andere Band spielt, auch manchmal eine Ballade, sich nicht ernst nehmen, alte Instrumente, alte Verstärker, Choreografie, manchmal Verstärkung durch die Montesitas (die deutschen Shangri-Las), Freundlichkeit auch hinter der Bühne, abgrundtiefe Ablehnung von Heavy Metal und Konsorten, Vergötterung von Western Swing, keine harten Drogen.“ ...

Das komplette Interview gibt es im DYNAMITE! Magazine 5/10 ab dem 30.07.2010 im Handel


Text: Igor Frost
Bilder: ©Montesas

22.07.2010   Link zu diesem Artikel an einen Freund senden nach Oben Kommentar schreiben
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