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DYNAMITE Inhalt 02/14




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DYNAMITE Editorial 02/14

Du kommst hier nicht rein!



Diesen Satz kennen wir wohl alle. Ich kann aber stolz behaupten, ihn bislang weder direkt an mich gewandt gehört noch an andere gerichtet zu haben. Was daran liegt, dass ich nur in Läden gehe, in denen solche Sätze nicht fallen. Wie in den Kulturzentren, an deren Türen ich während meiner Studentenzeit oft gearbeitet habe. Aber wie immer macht die Ausnahme die Regel, auch ich akzeptiere eine Form des Dresscodes: den expliziten. Wenn also auf Flyern oder Plakaten einer Veranstaltung steht, dass Abendgarderobe erwünscht ist, dann halte ich mich daran. Das ist ehrlich und nachvollziehbar – und manchmal entsteht die richtige Atmosphäre nur, wenn in Sachen Outfit alle mitmachen.Schlimm sind aber die unausgesprochenen Dresscodes vieler Subkulturen.

Insbesondere wenn sich eine Szene auf den ersten Blick offen gibt. So wie unsere –  man ist rebellisch und rock’n’roll und will seine Freiheit ausleben. Doch seien wir ehrlich, auch wir beurteilen Mitmenschen anhand von Symbolen. Und wenn jemand einen Eightball, Anker oder Würfel auf dem Shirt oder unter der Haut trägt, kommt er meist leichter rein. Vielleicht nicht durch den Einlass zu einem Konzert, aber ins Gespräch mit Gleichgesinnten. Oft ist die Szene genauso stupide wie der vermeintlich spießige, oberflächliche Mainstream.Der Übergang von authentisch zu aufgesetzt ist also fließend. Aber das ist irgendwie auch okay. Szene-Dresscodes mögen bei der breiten Masse zwar inflationiert, kommerzialisiert und damit letztendlich karikiert werden. Allerdings sehe ich das mit den Jahren immer gelassener. Wenn ich also mal auf Konzerte von Bands gehe, die klein angefangen haben, aber mittlerweile in großen, ausverkauften Hallen spielen, freut es mich, dass „meine Musik“ auch Gerda und Horst gefällt.

Dass es eine Band mit ehrlicher, handgemachter Musik geschafft hat, sich irgendwie die Aufmerksamkeit von mehr und mehr Menschen zu sichern, auch außerhalb der Szene.Natürlich sind kleine Konzerte oft sympathischer. Der Austausch zwischen Musikern und Publikum ist intensiver, die Abläufe weniger durchrationalisiert, sodass Raum für echte Freiheit entsteht. Und man ist unter sich. Ohne Gerda, die sich beschwert, dass ihr jemand versehentlich Bier über ihr neues Petticoat geschüttet hat, oder Horst, der nicht verkraftet, dass ihm jemand auf seine Blue Suede Shoes getrampelt ist. Wenn aber nun mal Tausende Menschen eine Band sehen wollen, dann hat die Band verdammt noch mal die Pflicht, große Konzerte zu spielen. Für kleine Shows sind sie dann einfach nicht mehr zu haben, was zwangsläufig dazu führt, dass auch Freizeit-Rock’n’Roller im Publikum sind. Das sollten wir akzeptieren. Und gut finden, denn das relative Glück des Einzelnen mag in der Hitze des Scheinwerferlichts der großen Show zwar auf einen übersichtlichen Rest zusammenschmelzen, aber das absolute Glück wird gesteigert, weil viele Menschen wenigstens etwas Spaß haben.

Die selbsternannten Fans der ersten Stunde sollten ihre Arroganz abwerfen und diejenigen für unsere lebendige Subkultur begeistern, die den Rock’n’Roll bislang noch nicht jeden Tag leben, anstatt sich wegen eines angeblichen Ausverkaufs von ihrer Lieblingsband abzuwenden.Möglichst vielen Menschen die Welt des Rock’n’Rolls zu erschließen, ist also nicht nur unsere Aufgabe. Es ist auch eure. Kleines Konzert oder großes Konzert, Szene oder Mainstream: Irgendwo zwischen Stadion und Kellerloch findet der ideale Gig statt, bei dem das Publikum genauso rockt und cool ist wie die Band – die Wahrheit liegt nicht in der Mitte, aber irgendwo in ihrer Nähe. Auf der Road-Explosion-Tour, mit der wir unser 20-jähriges Jubiläum feiern, versuchen wir diese Mitte zu finden. Seid dabei, es gibt keinen Dresscode!

Stand:25 September 2017 13:41:21/magazin/archiv/content-19380_40-19402_60.html Warning: chmod(): Operation not permitted in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Magazin_Bootstrap/files/templates/index_template.php on line 81