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DYNAMITE Inhalt 05/14




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DYNAMITE Editorial 05/14

Got Balls?



Na, wohin habt ihr zuerst geschaut? Keine Ahnung, ob ihr’s beim ersten oder zweiten Blick aufs Cover gesehen habt, aber wir preisen dort eine Geschichte über Ladys mit Cochones an. Fünf Frontfrauen aus dem Psychobilly erzählten unserer Autorin Sabine von sich und ihrer Szene. Nicht alle angefragten Bands wollten sich äußern, einige störte allein die Fragestellung. Und das können wir im Nachhinein sogar ein Stück weit verstehen. Wer weiß warum, aber von Bookern und PR-Leuten über Fans und Labels bis hin zu den Bands selbst: Die Tatsache, dass eine Frau die Rolle der Rampensau einnimmt, ist für alle an erster Stelle erwähnenswert.

Uns offensichtlich auch – und das ausgerechnet auf einem Cover, das keine Bands, sondern Boobs in den Fokus rückt. Zufällig. In unserer Story äußern die Damen jedenfalls den selbstverständlichen Wunsch, für ihr künstlerisches Können anerkannt zu werden. Dass sie alle rocken und entertainen können, stand und steht für uns aber außer Zweifel. Vielleicht ist die Welt des Rock’n’Rolls in Sachen Gleichberechtigung ja echt schon weiter, als wir dachten. Denn daran, dass Shakey Sue, Tiger Lilly Marleen, Eva von Slut, Camy und Kitty ihre weibliche Rolle auf der Bühne ausleben können, besteht kein Zweifel; und dass sie dabei auch gezielt ihre Reize ausspielen, zeigen die Bilder, die en Beitrag illustrieren: In Sachen Styling stehen die Psycho-Ladys den Rockabellas zweifellos in nichts nach. Auch und vor allem auf den offiziellen Pressebildern. Und das ist auch okay, denn schauen wir uns die Herren des Rock’n’Rolls an, werden wir genau das Gleiche erleben.

Auch hier wird penibelst auf den Sitz der Frisur geachtet, auch hier bei Pressefotos mit Photoshop nachgeholfen. Anlass des Artikels war auch eher, einmal nachzuforschen, ob Musikerinnen abseits der Bühnenshow Nachteile gegenüber ihren männlichen Kollegen haben. Dann zum Beispiel, wenn sie von Bookern eine Absage mit der Begründung bekommen, man habe ja schon eine Frauenband im Line-up. Dass den offensichtlich unfähigen Bookern so erstklassige Bands durch die Lappen gehen, ist nämlich eine Sache. Dass diese erstklassigen Bands so aber keine Chance bekommen, über Szenegrenzen hinaus ihr Können zu zeigen, eine andere – denn so werden nicht nur die Musiker um grandiose Gigs gebracht, sondern auch das Publikum. Also wir.

Jetzt ist uns zwar klar, warum die eine oder andere Band genervt war, auch vom DYNAMITE vermeintlich auf das Attribut „female fronted“ reduziert zu werden. Aber um die Thematisierung von Problemen genau dieser Art ging es uns. Und dafür muss man nun mal Frauen mit Männern vergleichen, sie also in Bezug auf eine männliche Mehrheit als Gruppe verstehen.Na ja, egal jetzt. Für uns steht jedenfalls fest, dass es auf den Inhalt ankommt. Und zwar nicht nur bei der Musik, sondern auch beim DYNAMITE. Vielleicht würden wir das Thema beim zweiten Mal also etwas anders angehen, man lernt ja nie aus. Insofern hoffen wir, dass unsere Neue im Team nicht nur von uns, sondern wir auch von ihr lernen können – und zwar nicht nur durch einen vermeintlich weiblichen Blick auf die Dinge.

Jula heißt die Dame, die kurz vor Redaktionsschluss als Volontärin bei uns angefangen hat. Und das Gute ist: Sie hat genug Cochones, um an unserer männlich dominierten Tischgruppe zu bestehen. Im Großen und Ganzen also alles gut, nicht nur bei uns, sondern auch draußen in der Welt des Rock’n’Rolls. Wobei ihr zugeben müsst, dass euer Blick wahrscheinlich erst auf sie gefallen ist. Und das ist auch gut so.

Stand:19 November 2017 07:34:21/magazin/archiv/content-19383_40-19397_60.html Warning: chmod(): Operation not permitted in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Magazin_Bootstrap/files/templates/index_template.php on line 81