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DYNAMITE Inhalt 06/14


Cover: Rhonda
Foto: Carlos Fernandez Laser


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DYNAMITE Editorial 06/14

Keep cool!

Es war wahrscheinlich noch nie so einfach wie heute, Musik zu machen. Oder besser gesagt, Musik aufzunehmen. Die notwendige Technik kostet nur noch einen Bruchteil dessen, was sie in den Fünfzigern oder Sechzigern kostete. Jeder kann heute sein eigenes, kleines Studio im Wohnzimmer oder Keller betreiben. Wozu also brauchen Bands noch Labels, um ein Album zu machen? Weil zu einem Album eben mehr gehört als die Aufnahme von Songs. Dieses mehr macht mitunter zwar viel Arbeit, ist aber allemal sinnvoller als Späße wie die „Ice Bucket Challenge“ in einem dieser sozialen Netzwerke, deren Namen wir nur bei Facebook nennen dürfen.

Anlässlich des 15-jährigen Bestehens von People Like You Records war es also Zeit für ein Gespräch, Zeit für eine Story im Heft. Schließlich findet man die Bands des Labels immer wieder im DYNAMITE. Und es gibt durchaus Neuigkeiten, denn erst kürzlich hat der langjährige Steuermann Tobias „Tobbe“ Falarz seinen Hut genommen. Nun hat mit Melanie Schmidt erstmals eine Dame das Ruder eines der wichtigsten Punk, Rock’n’Roll und – vor allem – Psychobilly-Labels in der Hand. Doch bei PLY sind mit den Meteors, Mad Sin oder Demented Are Go nicht nur genreprägende Bands am Start. Was vor 15 Jahren in einem von Musikfreaks betriebenen Plattenladen begann, ist mittlerweile selbst eine Marke geworden. Und das nicht im Sinne eines Ausverkaufs, sondern eines Qualitätssiegels. Will es so ein Siegel sein, muss ein Label in seiner täglichen Arbeit mehr leisten als ein Aufnahmestudio – im besten Falle ist es ein Mädchen für alles; jemand also, der dafür sorgt, dass begabte Künstler ihre Rechnungen bezahlen. Auch wenn die der Wasserwerke mal wieder wegen irgend so einem Internetvideo zu hoch ist.

Labelmachen ist also eine Serviceleistung. Und zwar eine, die bei Bands von der Größe derer von und zu „I Used To Fuck People Like You In Prison Records“ ein Fulltime Job ist: Man ist Bandmanager, Motivationstrainer, vor allem aber Vorkoster an vorderster Front. Egal, mit welchem Begriff versucht wird, die Arbeit eines Labels zu bezeichnen: Sie bleibt unersetzlich. Und hier kommt wieder die Ice „Fuck It“ Challenge ins Spiel. Die hat mit People Like You Records nämlich überhaupt nichts zu tun: Die Bands des Labels hatten wahrscheinlich keinen Bock, seine Macher keine Zeit – es sei denn, dem DYNAMITE wäre da was entgangen.

Zwar sollte sich kein Musiker verurteilt fühlen, der dabei war und sich einen Eimer voller Eiswasser über die Rübe schüttete – schließlich haben auch viele der kreativen Köpfe mitgemacht, deren Songs in der heimischen Anlage von Geschmack laufen. Dolly Parton zum Beispiel. Sehenswert. Aber so als nicht- musizierender Privatmensch einfach Teil einer digitalen Welle sein, auf der dann Stars mit dem PR-Brett surfen? Es gibt Sinnvolleres. Hört Musik. Und lest über Musik. Muss ja gar nicht das DYNAMITE sein. Obwohl das nicht nur cooler als jeder Ice Bucket ist, sondern euch bestimmt auch besser den Kopf wäscht. Noch besser ist es natürlich, ihr macht selbst Musik und nehmt sie dann in eurem Wohnzimmer oder Keller auf. Und mein Gott ja, schickt sie halt her. Gegebenenfalls mit einem Umweg über People Like You. Denn ohne rockende und rollende Bands gäbe es Labels definitiv ebenso wenig wie das DYNAMITE. Für einen guten Zweck spenden könnt ihr natürlich trotzdem gerne. Am besten für eine Sache, die euch wirklich wichtig ist. Aber benutzt eure verdammten Eiswürfel für ’nen Drink. Mit analogen Freunden. Und mit Musik.

Stand:19 November 2017 07:32:49/magazin/archiv/content-19384_40-19385_60.html Warning: chmod(): Operation not permitted in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Magazin_Bootstrap/files/templates/index_template.php on line 81